Der „quattro-spyder“ war die erste echte Studie von Audi. Er wurde 1991 zum ersten Mal auf der IAA in Frankfurt der Öffentlichkeit gezeigt.
Es handelte sich um ein Sportcoupé mit Mittelmotor und Quattroantrieb. Anders als bei allen anderen Audimodellen der damaligen Zeit war dieser Motor quer eingebaut. Ebenfalls anders war die Karosserie, sie war schon komplett aus Aluminium gefertigt.
Eigentlich sollte die Studie der Auftakt für eine Serienfertigung sein. Auch der Kundenzuspruch war überwältigend. Aber irgendwo bekam man kalte Füße und das Ganze wurde in letzter Minute gestoppt.
Auch wenn es Bilder von einem grünen Spyder gibt, es gibt definitiv nur ein Auto. Diese wurde einfach mal kurz auf grün und danach wieder auf orange um lackiert. (Koschd ja nix)
Das Modell stammt von ALEZAN aus Frankreich. ALEZAN hat sich vor allem Showcars, Studien und Messefahrzeugen angenommen und produziert diese als Resinkits mit Kleinteilen aus diversen Materialien.
Nun zu meinem Modell
Der Kit war definitiv schlecht. Die Karosserie war schief. Das heißt, die linke hintere Ecke war höher als die rechte. Und somit stieg die linke Karosserielinie von der Vorderkante der Türen bis zum Heck ständig an. Die Motorhaube (hinten) war deutlich schief. Mit viel feilen und schleifen wurde dieser Fehler „geradegebogen“.
Der Kühlergrill sollte nur mit einem Decal dargestellt werden. Mit seiner trapezförmigen Form sah es so gar nicht wie das Original aus. Von einem Fertigmodell habe ich einen Kühlergrill abgeformt und den Abguss zurecht gefeilt bis es einigermaßen passabel aussah. Die Öffnung dafür in der Karosserie habe ich mit dem Dremel ausgefräst.
Die Frontscheinwerfer wurden komplett neu gestaltet. Die beiden kleinen Rundscheinwerfer wurden auf der Drehbank hergestellt, die Linse mit einem Tropfen transparentem Gießharz dargestellt, die beiden Rechteckscheinwerfer sind aus einem Stück poliertem Aluminiumblech mit eingravierten Linien als Streurippen angefertigt. Die Linse wurde ebenfalls mit Gießharz dargestellt.
Die Abdeckungen der Scheinwerfer wurden aus glasklarem 0,2 mm dickem Plastikmaterial über zuvor selbst angefertigten Stempel tiefgezogen. Dazu wurde das Material mit einem Heißluftföhn angewärmt, geformt und nach dem Erkalten zugeschnitten.
Das Rückleuchtenband musste auch neu angefertigt und in die Karosserie eingepasst werden. Dafür wurde zunächst ein Urmodell angefertigt. Von diesem eine Silikonform gegossen und diese dann wiederum mit transparentem Gießharz ausgegossen. Nach der Aushärtung wurde dem Rückleuchtenband mit transparentem Rot und durch Hinterlegung mit unterschiedlichen Farben das endgültige Aussehen gegeben.
Die Felgen waren dreiteilig vorgesehen, ohne dass man hindurchsehen konnte. Der Speichenstern war zu zierlich. Auf der Drehbank habe ich den Felgenkranz und eine Scheibe mit Nabe gedreht. Aus letzterem wurde dann auf der Fräsmaschine mit Hilfe eines Teilapparates der Speichenstern gefräst. Die Speichen mussten anschließend noch mit Feile und Schleifpapier abgerundet werden. Felgenkranz und Stern wurden dann mit einander verklebt und die Übergänge verspachtelt und gerundet. Dieses so entstandene Urmodell wurde in Silikon abgeformt, mit Gießharz abgegossen und nach dem Aushärten auf der Drehbank von hinten frei gedreht.
Die Reifen sind Abgüsse von sehr feinen Gummireifen eines Spielzeugautos. Die Bremsscheiben wurden selber auf der Drehbank angefertigt.
Die Räder drehen sich, der Bremssattel bleibt aber fest an seinem Platz!
Der Innenraum: Die Instrumententafel war komplett falsch. Diese wurde unter Verwendung von Teilabgüssen anderer Modellautos und selbst hergestellter Teile aus Plastiksheet oder Polyesterspachtel völlig neu aufgebaut. Ebenso die Mittelkonsole, der Mitteltunnel und die Türinnenverkleidungen.
Nach einer Grundierung mit Haftgrund wurde das Modell mit Schminke Airbrush-Farben lackiert und mit mehreren hauchdünnen Schichten (lösemittelhaltigem) Klarlack von Marabu überzogen.
Und hier noch ein paar Bilder des ca. 10 cm langen Gesamtfahrzeugs:
Von Götz Kniewasser (Februar 2017)
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